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Sonderveröffentlichung
Themenspecial Beruf & Ausbildung

Damit nichts anbrennt

Waldbrand-Luftbeobachter: Sie überwachen von oben, wenn es brenzlig wird

Andreas Carmanns vom Veterinäramt des Landratsamtes Erding sitzt während seiner Ausbildung zum Luftbeobachter in einem Kleinflugzeug der Echo-Klasse. Am Flugplatz Giebelstadt fand die Ausbildung statt. BILD: DPA

21.09.2021

Wenn es brenzlig wird, steigen sie auf: Waldbrand-Luftbeobachter überwachen die Lage aus schwindelerregender Höhe. Ihr Einsatz trägt Früchte, wie Statistiken zeigen. Und ihre Erfahrung lehrt: Meist ist es der Mensch, der die Feuer verursacht.

„Du sitzt in dem engen Ding drin, mit den Kartendrauf, da ist wenig Platz. Dann soll man schreiben und kucken und fotografieren. Man ist am Anfang wirklich überfordert damit, seine Hände an die richtigen Stellen zu bringen und die Aufträge auszuführen“, sagt Andreas Carmanns auf dem Flugplatz Giebelstadt. In seinem Beruf im Veterinäramt hat Carmanns eigentlich festen Boden unter den Füßen. Eben saß er aber noch in hunderten Metern Höhe in der engen Kabine eines Kleinflugzeugs: Der Flug-Laie wird zum Waldbrand-Luftbeobachter ausgebildet.

Die steigen in Bayern auf, wenn es brenzlig wird: Herrscht Waldbrandgefahr, werden die Beobachter von Piloten in Kleinflugzeugen oder Hubschraubern in die Luft gebracht, um von oben die Lage zu überwachen. Sie helfen auch bei anderen Notlagen, etwa Hochwassern.

Vergleichbare, flächendeckende Modellegebees in anderen Bundesländern nicht, sagt Karl Herrmann, Präsident der Luftrettungsstaffel Bayern, die seit 1968 Luftbeobachtung und Ausbildung dort organisiert. „Unser Bayern-Modellistbisher von keinem nachgemacht worden.“ Rund 280 Luftbeobachter gibt es derzeit, sie starten von Flugplätzen in allen bayerischen Regierungsbezirken.

Mit 130 Einsatzstunden sei 2021 mit dem verregneten Sommer bislang das einsatzärmste Jahr seit 20 Jahren. „Aber das kann sich ganz schnell ändern“, sagt er. 2020 absolvierten die Luftbeobachter 350 Einsätze, in den zwei Jahren davor mit besonders vielen Tagen mit hoher Waldbrandgefahr waren es sogar 532 (2019) und 747 (2018). Die Luftbeobachter werden aus dem öffentlichen Dienst rekrutiert. Der Vorteil: Bei Waldbrandgefahr können sie leichter als bei privaten Firmen von ihrem Beruf abgezogen werden.

Haben die Luftbeobachter eine Rauchsäule entdeckt, geht die Arbeit erst richtig los, wie Jürgen Schemmel von der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg erklärt. Er ist selbst seit mehr als 20 Jahren Luftbeobachter. Sie müssen den Brand melden, anhand Windrichtung und Hanglage einschätzen, wie er sich ausbreiten könnte, Fotos machen. Sie müssen den Einsatz der Feuerwehr am Boden koordinieren: Wo sind befahrbare Wege? Wie kommen Fahrzeuge zum Brand? Wo ist eigentlich Löschwasser? Und all das in luftiger Höhe kreisend. Wichtig sei gute Teamarbeit mit den Piloten, sagt Schemmel. Oft kennen sich Beobachter und Pilot seit Jahren, Vertrauen ist wichtig. „Ich kann keinen Draufgänger und keine Wildsau brauchen“, sagt er.

Die Beobachter rücken aus, wenn die höchste oder zweithöchste Gefahrenstufe des fünfstufigen Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) herrscht. Es fließen etwa Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit und Niederschlagsmenge ein.

Geflogen wird vor allem am Wochenende, wenn besonders viele Menschen im Wald unterwegs sind – denn die lösen Waldbrände meistens aus. Zwar gebe es auch natürliche Ursachen wie Blitzschlag, sagt Schemmel. Meist seien aber weggeworfene Kippen, menschengemachte Feuer, landwirtschaftliche Maschinen oder im trockenen Gras geparkte Autos schuld, die unten noch heiß sind. Leute seien heute auch in Gegenden unterwegs, die früher nicht touristisch erschlossen waren. Andererseits könnten Brände heute viel schneller gemeldet werden als in Zeiten ohne Handy, sagt Schemmel.

Vorsichtsmaßnahmen wie Luftbeobachter-Einsätze zeigen laut DWD Wirkung: Es gibt demnach im Schnitt immer mehr Tage mit hoher Waldbrandgefahr, die Zahl tatsächlich ausgebrochener Brände nimmt aber gleichzeitig ab. In Deutschland gibt es laut DWD pro Jahr etwa 500 bis 1000 Brände – und damit nur halb so viele wie im Schnitt der 80er- und 90er-Jahre. 2018, 2019 und 2020 waren demnach Ausnahmen, hier gab es Ausreißer nach oben. Auch in Bayern ging der Trend in den vergangenen 30 Jahren nach unten, wie aus Waldbrandstatistiken der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hervorgeht. „Der rückläufige Trend ist auf eine verbesserte Prävention zurückzuführen“, sagt DWD-Waldbrandexperte Christopher Böttcher.

Eine tolle Abwechslung zum Amtsalltag sei die Aufgabe, sagt Veterinärsamtsmitarbeiter Carmanns, der künftig in Oberbayern im Einsatz sein wird. „Ich denke, da kann man das Schöne mit dem Nützlichen verbinden.“ dpa 


Etwas Handfestes lernen


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Ohne das Metallhandwerk würden sich die Räder nicht mehr drehen. Im Metallbau gibt es viel Spielraum für die persönliche Entwicklung. Das Metallhandwerk bietet Azubis Chancen in verschiedenen Berufsfeldern. In meist dreieinhalb Jahren Ausbildungszeit lernt man alles, um eine Karriere aufzubauen.

Nach der Gesellenprüfung hat man diverse Möglichkeiten. Mehr Informationen über das Metallhandwerk gibt es zum Beispiel vom Berufsverband Metall unter www.metallnachwuchs.de. lps/Cb. 
 

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