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Sonderveröffentlichung
Themenspecial Kurzzeit- & Verhinderungspflege

Die Rechte pflegebedürftiger Menschen

Ratgeber: Die Stiftung ZQP will Betroffenen und Angehörigen Orientierung geben

Bald fertiggestellt: Das „Haus an derTauber“ in Creglingen. BILD: SCHWESTERNVERBAND

16.05.2022
Vital

Pflegebedürftige Menschen haben das Recht auf eine gute, würdevolle Pflege. Doch entscheidend für sie und ihre Angehörigen ist die Frage, ob und wie dieses Recht im konkreten Fall gewahrt wird.

Eine Antwort darauf ist jedoch nicht immer einfach,denn Pflegebedürftige, Angehörige, Pflegende und Ärztinnen oder Ärzte können eine Situation durchaus unterschiedlich bewerten.Allerdings ist gute Pflege nicht allein persönliche Ansichtssache, sondern weist verschiedene, nachvollziehbare Merkmale auf, die sich zum Beispiel aus Gesetzen oder fachlichen Leitlinien und Standards ergeben. Pflegebedürftige Menschen können erwarten, dass diese bei der Pflege beachtet werden.

Um ihnen und ihren Angehörigen, Orientierung zu Merkmalen guter professioneller Pflege und ihren Rechten in der Praxis geben, hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in seinem neuen „Einblick“- Ratgeber „Rechte pflegebedürftiger Menschen“ dies in zehn Punkten zusammengefasst.

„Die Rechte pflegebedürftiger Menschen – und damit auch ihre Position als Verbraucherinnen und Verbraucher – sind in den letzten Jahren nach und nach gestärkt und ihre Ansprüche ausgeweitet worden. Ziel muss es sein, diese Rechte bekannter zu machen und pflegebedürftige Menschen oder ihre Vertreterinnen und Vertreter in die Lage zu versetzen, die Situation zu beurteilen und ihre Rechte nötigenfalls einfordern zu können. Der neue ZQP-„Einblick“ kann dazu einen Beitrag leisten“, sagt Daniela Sulmann, Pflegefachfrau und Geschäftsleiterin für Interventionsent wicklung und Praxistransfer des ZQP. Die derzeitige Situation in der Langzeitpflege zeige,worauf Expertinnen und Experten schon lange hinweisen, dass nämlich mit einer Ausweitung von Ansprüchen und Rechten kein Automatismus für bessere Pflege verbunden sei, so Sulmann weiter.

Der neue ZQP-Kurzratgeber fasst prägnant zusammen, was man zum Thema gute, würdevolle Pflege wissen sollte – beispielsweise, was sie bedeutet und auf welchen Grundwerten sie beruht. So sind Ziele etwa Wohlbefinden, Gesundheit und Sicherheit pflegebedürftiger Menschen. Gute Pflege soll dazu beitragen, möglichst selbstbestimmt und selbstständig leben zu können. „Es darf in der Pflege nicht zu Bevormundung oder Zwang kommen. Selbst wenn pflege bedürftige Menschen sich nicht mitteilen können, muss nach ihrem Willen gehandelt werden.Dafür sollten alle an der Pflege beteiligten Personen sorgen“, erklärt Sulmann. Den Willen könne man vorab zum Beispiel in einer schriftlichen Verfügung festlegen, etwa der Patientenverfügung oder der Vorsorgevollmacht, so die Pflegeexpertin.

Zudem gibt die Broschüre einen Überblick, welche Grundlagendokumente relevant sind. Dazu gehört unter anderem die deutsche Pflege-Charta; sie ist das zentrale Grundsatzdokument für eine gute, würdevolle Pflege und erläutert konkret, wie sich die Rechte im Alltag pflegebedürftiger Menschen wider spiegeln sollten. Überdies erfährt man, an welche Stellen sich pflegedürftige Menschen bei Kritik zur Pflege richten können. zqp
 


Neue Regelung zur Kostenerstattung

Ob Umbaumaßnahmen in der Wohnung oder Besorgungen im Pflegealltag: Die Pflege von Angehörigen kann ins Geld gehen. Bestimmte Ausgaben erstattet die Pflegekasse auf Antrag auch nachträglich. Seit Beginn des Jahres 2022 gilt bezüglich der nachträglichen Erstattung der Ausgaben eine neue Regelung: Sie ist auch dann noch möglich,wenn der Pflegebedürftige stirbt, bevor der Antrag bei der Pflegekasse eingeht. Das berichtet die Zeitschrift „Senioren Ratgeber“.

Diese neue Regelung bringt zusätzliche Entlastung für pflegende Angehörige. Denn davor galt: War der Pflegebedürftige verstorben, ehe der Erstattungsantrag bei der Pflegekasse einging, waren alle Leistungsansprüche erloschen.

Dem Bericht zufolge ist es allerdings wichtig , zu beachten: Es bleiben den Antragstellern zwölf Monate Zeit, um offene Abrechnungen geltend zu machen. dpa/tmn
  

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