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Sonderveröffentlichung
Themenspecial 20 Jahre Haus Sonnenberg in Igersheim

Klein begonnen und stets gewachsen

20 Jahre Haus Sonnenberg: Bewohner stehen im Mittelpunkt / Fertigstellung des Neubaus bis Mitte nächsten Jahres

Das Haus am Sonnenberg im Erlenbachtal in Igersheim ist eine Wohnform für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen. BILD: HAUS AM SONNENBERG

31.05.2021

Igersheim. Es war sicherlich eine mutige, zugleich aber auch eine zukunftsgerichtete Entscheidung. Und sie hatte ein besonders Ziel: Eine Wohnform für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen zu schaffen, die keine Bewahranstalt, sondern ein Platz zum Leben sein sollte. Idealerweise nicht für immer, sondern als Vorbereitung für ein weitgehend, wenn nicht sogar vollständig selbstbestimmtes Leben „draußen“.
      

Der Startschuss für das Igersheimer „Haus am Sonnenberg“ und das „Haus Sonne“ fiel im Mai 2001. Dem voraus ging natürlich eine entsprechende Vorbereitung. Und die Anfänge waren – nicht nur aus heutiger Sicht betrachtet – tatsächlich bescheiden. Die Haus Sonnenberg Pflegeheimbetreibergesellschaft mbH, Geschäftsführerin war und ist Roswitha Hofstetter, begann ihren Betrieb „mit nur einer Handvoll Mitstreiter“, erinnert sie sich. Der erste Heimbewohner zog am 14. Mai ein. Am Monatsende lebten dann drei Bewohner im Haus – und „unser erster Bewohner ist immer noch da!“, berichtet Hofstetter.

Die Zahl der Bewohner stieg beständig an, ebenso wie die Zahl der Mitarbeiter. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis eine Erweiterung nötig wurde: Das nahe „Haus Sonnenblick“, eine ehemalige Kuranstalt, liegt kurz hinter der Gemarkungsgrenze, also schon in Bad Mergentheim. Es wurde 2005 eröffnet. Seit 2009 gibt es auch das Angebot des ambulant betreuten Wohnens, und die wachsende Zahl der Bewohner und Mitarbeiter machte einen Anbau nötig: Der neu errichtete Verwaltungstrakt konnte im Mai 2010 bezogen werden.

Aktuell leben in der Einrichtung in Igersheim und Bad Mergentheim „150 Bewohner, und betreut werden sie von 130 Mitarbeitern“, erläutert Daniela Uhl von der Heimleitung. Zum Mitarbeiterstab gehören neben medizinisch-pflegerischen und therapeutischen Fachkräften auch der ganze Technik- und Versorgungsbereich, denn „nach wie vor bieten wir unseren Bewohnern alles aus einer Hand, also auch Wäscherei, Küche und Haustechnik“. Die Küche beliefert mittlerweile sogar andere Einrichtungen: „Unser Essen geht seit 2013 an verschiedene Schulen und Kindergärten“, berichtet Uhl.

„Unser oberstes Ziel war und ist es, eine würdevolle Wohnform für Menschen mit seelischen Beeinträchtigungen zu schaffen.“ Krankheit oder Beeinträchtigung, ob körperlichen, seelischen oder geistigen Ursprungs, beeinflusse immer den ganzen Menschen. Das Erkennen dieses Zusammenhanges dient als Grundlage für einen ganzheitlichen Handlungsansatz. Denn: Ist ein Mensch körperlich krank, so verändert er sich meist auch in seinem Denken, Fühlen und Handeln. Für die Betreiber und Mitarbeiter ist klar: „Wir sind kein Wohn -, sondern ein Pflegeheim!“ Dies hat einen tieferen Grund, denn „wir wollen die Bewohner wieder ‚raus ins normale Leben’ bringen“. Idealerweise gelingt dies komplett, „aber es ist auch ein Erfolg, wenn es mit nur geringer Hilfestellung möglich wird“, verweist Uhl auf das pflegerische und therapeutische Engagement.

Umfassende Therapieangebote spielen eine gewichtige Rolle im Tagesablauf. Das ist auch äußerlich sichtbar, etwa mit dem eigenen Therapiegarten: Das dort gezogene Gemüse und der Salat „bereichern unsere Heimküche“. Und auch als Arbeitgeber zeigt die Betreibergesellschaft ihr sozial-pflegerisches Engagement: 2015 bekam die Einrichtung vom KVJS die Auszeichnung „behindertenfreundlicher Arbeitgeber“.

Wer die Häuser besuchen will, kommt zwangsläufig auch an einer Baustelle vorbei. Noch entsteht der Neubau auf dem Gelände der ehemaligen Jugendherberge. „Der Rohbau wird in etwa acht Wochenabgeschlossen sein.

Wir sind auf einem guten Weg, die Fertigstellung ist für Mitte nächsten Jahres geplant“, sagt Hofstetter. Der Neubau wurde nötig, weil „wir im Bestand keine Ausbaumöglichkeit mehr haben“ und das Heimgesetz nach seiner Änderung höhere Anforderungen stelle.

Der neue Teil des „Hauses am Sonnenberg“ werde auch zukünftig genutzt, ebenso wie das „Haus Sonnenblick“. Dadurch sieht man sich für kommende Herausforderungen bestens gerüstet.

Hans-Peter Kuhnhäuser

Viele Berufe und Ausbildungsplätze

- In den Häusern in Igersheim und Bad Mergentheim sind aktuell 130 Mitarbeiter beschäftigt.

- Berufsbilder im Pflegebereich sind Gesundheits- und Krankenpfleger bzw. Krankenschwester/pfleger; Altenpfleger, Heilerziehungspfleger, Gesundheits- und Krankenpflegehelfer, Altenpflegehelfer und Heilerziehungspflegehelfer.

- Auch Mitarbeiter ohne fachspezifische Ausbildung wirken hier unter Anleitung.

- Berufsbilder im Betreuungsbereich sind Heilpädagogen, Erzieher, Heilerziehungspfleger sowie Kunsttherapeuten, Betreuungsassistenten gemäß § 43b und Heilerziehungspflegehelfer. Auch Mitarbeiter ohne fachspezifische Ausbildung sind unter Anleitung aktiv.

- Berufsbilder im Hauswirtschaftsbereich sind Hauswirtschafter, Koch/Köchin, Hauswirtschaftshelfer, ebenso wie Mitarbeiter ohne fachspezifische Ausbildung unter Anleitung.

- Berufsbilder im Bereich Haustechnik: Elektriker, Gas- und Wasserinstallateur, Maler/Lackierer sowie Mitarbeiter ohne fachspezifische Ausbildung unter Anleitung.

- In der Verwaltung wirken: Kaufmann/frau für Büromanagement ; Industriekaufmann/frau und Mitarbeiter ohne fachspezifische Ausbildung unter Anleitung.

- Gut zu wissen ist, dass junge Menschen bei der Haus Sonnenberg Pflegeheimbetreibergesellschaft mbH auch eine Berufsausbildung absolvieren können: „Wir bilden in allen Bereichen, also Pflege, Betreuung, Hauswirtschaft und Verwaltung aus!“, sagt Daniela Uhl.

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