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Mobilität – ganz minimal

Ratgeber: Leichtkraftwagen könnten – zwischen Mofa und Auto – den Verkehr in der Stadt reformieren Fahrzeuge dürfen mit Führerscheinklasse S bewegt werden

Urbane Mobilität? Vor allem im städtischen Bereich – oder allgemeiner – im Nahverkehr könnten Minimobilie ihre Vorteile ausspielen. BILD: DP

15.07.2022

Klein, quadratisch, bunt und voll elektrisch: Mit dem Rocks-e wagt sich zum ersten Mal ein deutscher Volumenhersteller in ein Segment unterhalb des klassischen Pkw und wirft damit ein Schlaglicht auf die Klasse der sogenannten Leichtkraftwagen. Die ist für den Hersteller vor allem deshalb interessant, weil er damit eine völlig neue Zielgruppe erreichen kann. Der 2,41 Meter kurze Würfel auf Rädern, den Opel jetzt ab 7990 Euro in den Handel bringt, kostet in der Tat weniger als fast jeder konventionelle Kleinwagen. Neu sind solche Fahrzeuge aber nicht.

HBH Fachmarkt

Der Rocks-e zählt zu den billigsten E-Mobilen im Land und ist im Leasing nicht teurer als die Monatskarte für den Stadtbus, werben die Hessen. Fahren darf man solche Modelle schon ab 15 Jahren. Ein Autoführerschein ist nicht nötig. Es reicht ein Mofa-Führerschein und die Versicherung wird pauschal und preiswert über das Kennzeichen abgewickelt, so Thomas Schuster, Prüfingenieur bei der Sachverständigen-Organisation KÜS. Auch Kfz-Steuer wird keine fällig.

TVG Tauber Verkehrsgesellschaft

BMW Isetta als Vorreiter

Dafür macht der Gesetzgeber strenge Vorgaben, teilt der ADAC mit: „Sie haben vier Räder, ein oder zwei Sitzplätze, sind auf vier kW Leistung beschränkt, wiegen höchstens 425 Kilogramm und sind bauartbedingt maxima l45km/h schnell.“ Während Pkw ohne Airbags, AB Sund ESP heute nicht mehr zugelassen werden dürfen, müssen bei den oft auch als Mofa-Autos geführten Minis meist die Gurte und allenfalls noch ein Fahrerairbag reichen. Selbst eine regelmäßige Hauptuntersuchung (HU) bleibt den Fahrzeugen erspart.

Neu ist diese Klasse freilich nicht, auch nicht die Idee von der minimalen Mobilität. Sondern mit Fahrzeugen wie der BMW Isetta oder dem Messerschmitt Kabinenroller kamen solche Kleinstwagen in den 1950er Jahren schon groß raus. Und spätestens seit 2004 für solche Fahrzeuge eigens die Führerscheinklasse S eingeführt wurde, die damals 16-Jährigen zum ersten Mal den Umstieg auf vier Räder ermöglicht hat, sind sie wieder in aller Munde.

Das Angebot ist entsprechend groß und lebt vor allem von Marken aus Italien und Frankreich, wo solche Fahrzeuge gebräuchlicher sind. Hersteller wie Ligier, Aixam, Casalini oder Piaggio bieten laut ADAC zwischen etwa 10 000 und 20 000 Euro eine breite Modellpalette an – bis hin zum coolen Cabrio oder zum praktischen Kleinlaster. Abwechslung auch beim Antrieb: Verbrenner, Hybride und reine E-Fahrzeuge.

Vor allem die Elektrifizierung dürfte dieser Klasse noch einen Schub geben, glaubt Schuster nicht zuletzt mit Blick auf den Rocks-e: Man braucht keine großen und damit teuren Akkus und riesige Reichweiten, fasst er die Vorteile zusammen. Auch Seiteneinsteiger wie Microlino mit der elektrischen Isetta oder ACM mit dem City One kommen aus dieser Nische.

Selbst wenn die Autos dann doch größer, stärker und schneller geworden sind und sich wie der Microlino mit Airbags und 90 km/h Spitze um mehr Nähe zum „echten“ Auto mühen. Zwar sprechen viele gute Gründe für kleinere Fahrzeuge, vor allem in der Stadt. „Denn egal, ob mit E-Motor oder Verbrenner, ist es doch ein Wahnsinn, wie viel Masse und Fläche wir nutzen, nur umeine Person von A nach B zu bringen“, so Microlino-Chef Wim Ouboter. Und in den Augen von Opel-Sprecher Harald Hamprecht dürften sich Eltern besser fühlen, wenn ihre Kinder in einem solchen Wagen aus der Disco kommen als auf dem Mofa oder mit dem Nachtbus.

Ernüchternde Ergebnisse

Doch so viele Probleme diese Minis lösen könnten, schaffen sie auch neue. Denn zumindest die Experten des ADAC lassen kaum ein gutes Haar an dieser Fahrzeuggattung. Weil es keine offiziellen Crashvorschriften gebe, habe der Test des Aufprallschutzes meist sehr ernüchternde Ergebnisse geliefert, schreibt der Club. Die Fahrstabilität sei bei vielen Modellen fragwürdig und gerade jüngeren Fahrern mangele es an Erfahrung – zumal die ihren Führerschein in der Regel auf zwei Rädern machen würden und nun auf vier Räder umsteigen könnten. Das Problem sind aber nicht allein die Technik und womöglich die mangelnde Übung des Fahrers, sagt KÜS-Mann Schuster. Sondern auch die Wahrnehmung durch die anderen Verkehrsteilnehmer ist kritisch: „Anders als ein Mofa kann man solche Leichtkraftwagen schnell mit einem Kleinwagen verwechseln, schätzt dann etwa Tempo oder Beschleunigung falsch ein und provoziert womöglich gefährliche Begegnungen“, sagt der Experte.

Der ADAC rät deshalb, dass sich Interessenten vor der Anschaffung über den Einsatzbereich klar werden sollten: „Und der begrenzt sich sinnvollerweise auf die Stadt. Längere Überlandfahrten sind in Leichtkraftfahrzeugen ein No-Go und Nachtfahrten außerhalb geschlossener Ortschaften nicht zu empfehlen.“ Denn bei ihrem Fazit lassen die ADAC-Experten wenig Gutes an dieser Klasse: Viel mehr Positives als das Dach über dem Kopf vermögen die Münchner nicht zu erkennen. THOMAS GEIER
 

E-Bike-Akku gut schützen

Der Akku ist das teuerste Teil am Pedelec – und eines der empfindlichsten. Weil Kälte dem Energieriegel nicht gut tut, sollten Radler im Winter einige Regeln beachten. Vor allem warmgehalten werden sollte die Batterie, rät die Sachverständigenorganisation Dekra.

Grundsätzlich seien E-Bike-Akkus zwar für den Winterbetrieb ausgelegt, sagt der Dekra-Fahrradexperte Jochen Hof. Doch wenn das E-Bike etwa über Nacht in Eiseskälte abgestellt wird, lagert der Akku besser im Haus: „Eine Raumtemperatur zwischen 10 und 20 Grad Celsius wirkt sich positiv auf die Lebensdauer aus.“ Unterwegs sinnvoll sei außerdem eine Thermoschutzhülle am Akku gegen den kalten Fahrtwind.

Auch beim Stromladen gibt es eine Fehlerquelle – wenn dies im kalten Zustand geschieht. Damit wartet man am besten, bis der Akku sich auf Zimmertemperatur erwärmt hat. Anschließend sollte man das Ausstöpseln nicht vergessen, denn auch die dauerhafte Verbindung mit dem Ladegerät schadet dem Akku, warnt Hof. Für die Lagerung über längere Zeit sei ein Ladezustand zwischen 30 und 60 Prozent am besten. tmn

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